Problembewusstsein und Verantwortung

March 24th, 2009

Nach meinem letzten Beitrag blieb das Bedürfnis, klarer zu machen, was ich eigentlich sagen wollte. Hier und in den nächsten Beiträgen nochmal strukturiert:

Ich will nicht aufzählen, was die Welt für Probleme hat, das würde den Rahmen sprengen. Ich geh davon aus, dass jeder Leser hier bestimmt genug einfällt, seien es nun soziale, ökologische oder ökonomische Probleme. Global gesehen, aber auch national, regional und lokal.

Wächst man als halbwegs wacher Mensch auf, bekommt man im Laufe seiner Jugend mit, dass irgendwas mit der Welt nicht stimmt. Das Problembewusstsein fängt an sich zu formen, wenn man z.B. Bettler auf der Straße sieht oder (häufig in Jugendzeitungen) von Tierversuchen/Umweltsünden liest. Auf der Straße schauen hungernde afrikanische Kinder von Plakatwänden herab. Das alles verschafft einem Heranwachsendem Unbehagen, doch kann man das noch sehr leicht  wegschieben. Zum einen kann man da ja nichts für, zum anderen sollen sich die Erwachsenen darum kümmern.

Die Frage ist: Darf man – wenn man älter wird – weiterhin denken, dass einen das pauschal nichts angeht? Wenn man mehr lernt, mehr sieht, ein Gespür dafür bekommt wie groß das Ausmaß der Problematik ist? Kann man eine Verantwortung in die man reinwächst einfach ablehnen? Auch wenn ich nicht wirklich viel mit den Ärzten anfangen kann, so hatten sie wohl mit einer Zeile recht:

Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist.
Es ist nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Normalerweise geht mit dem Hören solcher Statements ein Ohnmachtsgefühl einher: “Was soll ich denn schon anrichten? Ich hab doch gar keinen Einfluss / nichts zu sagen.”

Die Antwort wäre: Natürlich kannst du als Einzelperson nicht mit einem Schlag irgendwas verändern. Es reicht vollkommen, wenn du einen kleinen Beitrag leistest, einen Misstand zu bekämpfen, der dir besonders wichtig erscheint! Oder indem du einfach nur hilfst ein Bewusstsein zu schärfen.

Problematisch wird es, und das brachte mich letztens so in Aufruhr, wenn Menschen Egoismus nicht nur ausüben, sondern auch laut proklamieren; stolz darauf sind, sich einen Dreck zu scheren um Mitmenschen und die nachfolgenden Generationen.

Die Welt ist kaputt

March 12th, 2009

Die Welt ist kaputt. Scheiße mann. Was für ein richtig beschissener Zustand. Überall.
Die Welt ist kaputt, weil der Mensch das herrschende Geschöpf ist. Menschen mit der Gabe von Empathie, auf der anderen Seite durchzogen von Egoismus. Natürlich. In erster Linie ist das hier mein Leben. Und wenn ich alle Baustellen hier vor Ort gefixt hab, kann ich mich ja um andere kümmern.

Die jungen Menschen laufen dem Geld hinterher. Schön Networken. Schön Business. Und später schön ein gutes Auto kaufen. Sich auch mal was gönnen. Natürlich.

Neulich bei Twitter-Search “Bruttosozialprodukt” eingegeben. Folgenden Tweet gefunden: @fragezeichner:

Das Bruttosozialprodukt misst alles, nur nicht das, was das Leben lebenswert macht (JF Kennedy).

Junge Menschen, die Geld als Ziel im Leben haben, tun mir nicht nur leid, sondern werden irgendwann aufwachen und sich fragen, was sie überhaupt die ganze Zeit angestellt haben. Wofür haben sie sich abgehetzt? Schön den Lebenslauf gespickt mit kleinen Einträgen, die sich ja ach so gut machen: Auslandsaufenthalt hier, wichtige elitäre Sonderschulung da. Um nicht zu sagen: Angepasstheit überall.

Wenn man die Dinge nicht versteht, die in der Welt abgehen, muss man sich ja auf andere verlassen. Leuten glauben schenken, die einem sagen wie man sich zu verhalten hat. Man übernimmt für sich einfach Ziele, die einem diktiert werden. Und ordnet sich später irgendeiner Firma unter; der Aufstieg innerhalb derer als vollwertiges Substitut für eigene Ziele im Leben übernommen wird.

Oh wie ich die Faust geballt habe, als mein damaliger vollkommen ignoranter und in seiner Weltsicht unglaublich beschränkter BWL-Dozent alle Leute als “Hippies” bezeichnete, die ernsthaft Zustände anprangern. Oh Lord, natürlich. Das ist ein Weg damit umzugehen. Ignoranz. Aber nicht Ignoranz aus Dummheit, sondern Ignoranz aus Arroganz und Überheblichkeit.
Man will diese Materie nicht an sich heranlassen. Kleine Geister verkraften das nicht.

Ich behaupte gar nicht, dass ich vermag die Welt zu verändern. Und sobald man das sagt klingt das schon so, wie die Großmutter, die ihrem Enkel tätschelnd über den Kopf streicht: “Jaja, damals haben wir auch versucht die Welt zu verändern.”
Das ist nicht das Ziel. Und so naiv bin ich nicht. Ich finde aber durchaus, dass es Zeit ist, dass sich die Leute damit beschäftigen, die intellektuell dazu potentiell in der Lage sind. Jeder sollte sich fragen: Gibt es etwas, dass in meinem Einflussbereich liegt? Etwas, das ich tun kann, sodass die Welt einen kleines bisschen weniger beschissen ist? Was ist meine Kompetenz? Kann man die außer für Geld noch in etwas Positivem verwerten?

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Die Motivation für den unstrukturierten und unreflektierten Beitrag hab ich von diesem Herren hier (Positivbeispiel):

Resultat seiner Arbeit:

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“Die Welt ist kaputt” – Zitat aus “Lachen und Chill’n” – Psycho Otaku