27. April: Niklas auf Om Lounge (15 Year Anniversary Edition)

April 18th, 2009

Jaja, dieses Internet ist einfach echt eine verrückte Sache. Irgendwer meinte neulich mal “Web 2.0 – surfst du noch oder connectest du schon?” (oder so ähnlich). Ja, es stimmt; wenn man denn will kann man sich mit allen möglichen Menschen in Verbindung setzen, Menschen “begegnen” und sich Zufälle ereignen lassen.

Seit heute halte ich eine CD in den Händen, auf der ein Lied von mir drauf ist. Om Records, Amerikanisches Label, international vertrieben und vermarktet. Verrückte Welt. Danke Internet!

Das fühlt sich so ein bisschen an, wie also nun auch offiziell als Solokünstler akzeptiert zu sein.  Erstes echtes Release. Auf Amazon erscheinen. Höchst wahrscheinlich auch iTunes-Store. Release: 27. April 2009. – Tadaa:

Om Lounge (15 Year Anniversary) auf meinem Tisch

Om Lounge (15 Year Anniversary Edition)

Mein Track:

Lustig auch, dass ich nie vorhatte ein “Lounge”-Lied zu machen. Man kann es in dem Kontext einordnen, aber ich denke beim Hören des Samplers wird man feststellen, dass ich eine gewisse Außenseiterrolle einnehme. Natürlich ist das ein ruhiger Track, aber es gibt da definitiv ein paar loungigere Tracks auf der Scheibe.

Und wie das so ist mit Samplern, es gibt Lieder die mag man, manche nicht. Zum Teil war ich echt positiv überrascht, zum Teil auch gar nicht, Lounge halt :)

Also, wer Lust hat darf sich das Ding zulegen. Ich hab momentan leider nur zwei Exemplare, kann also keine verteilen. Was man vielleicht noch zum wiederholten male anbringen sollte: Leute, wenn ihr irgendwas Kreatives macht: zeigt es der Welt. Keine Scheu!

Wer gefunden werden will, muss Spuren hinterlassen.

December 19th, 2008

“Release Early, release often!”, ist  seit geraumer Zeit ein Motto in der Software- und Internetwelt: Hast du eine Idee, die du umsetzen willst – schau dass du so schnell wie möglich einen Releasekandidaten hast und veröffentliche ihn. Auch wenn noch Features fehlen. Dann update regelmäßig und füge in einem konstanten Rhytmus neue Features hinzu.  Da es schon Nutzer gibt, bekommst du regelmäßig Feedback. 

Man kann und sollte diesen Spruch nicht eins zu eins auf jegliches kreatives Schaffen übertragen, aber ich habe für mich persönlich eine Parallele gezogen. Wie manche ja bereits wissen, mache ich selber Musik und habe irgendwann angefangen am Computer Lieder aufzunehmen / Lieder zu frickeln. Es hat alles ein bisschen gedauert, man muss sich finden. Zum Musikmachen birgt der Computer sehr viele Chancen aber auch Risiken. Man hat alle Möglichkeiten, kann viele viele Sounds benutzen, läuft aber auch Gefahr, sich in der Vielzahl der Möglichkeiten zu verlaufen und seine Richtung zu verlieren. So kam es, dass ich nach einem Jahr einen riesigen Ordner auf der Festplatte liegen hatte mit angefangenen Liedern, Ideen und kleinen Fragmenten. Alles offene Enden, nichts fertiggestellt. 

Ich hatte zuvor immer den Anspruch, dass wenn ich irgendwann Lieder veröffentliche, solle das ein bestimmter Stil sein (mein Stil). Die Lieder sollten so gut sein, dass sie sofort einschlagen. Ja, ich bin Perfektionist und Musik soll vollkommen sein. Doch man steht sich selbst im Weg. Solange man noch nichts erreicht hat, ist der eigene Perfektionismus die größte Blockade.

Und irgendwann habe ich angefangen damit aufzuhören. Ich wollte mich selbst heilen: Lieder ins Internet stellen, von denen man selber schon beim hochladen weiß, an welchen Stellen etwas besser gewesen wäre, was nicht ganz stimmt und überhaupt die nicht das repräsentieren, was ich eigentlich könnte. Somit wird man gezwungen sich öffentlich zu zeigen und zu sagen: “Ja, das habe ich gemacht!” 

Man wird wahrgenommen über Produkte, die nicht dem entsprechen was man eigentlich könnte (in einer idealen Welt).

ABER – und das ist der springende Punkt – man wird wahrgenommen. Und in welchem Maße, hätte ich persönlich nicht für möglich gehalten. Ich habe die Lieder auf Last.fm geladen, und immer wenn ein neues fertig war, einem Album hinzugefügt, Mixed Sessions. Und natürlich waren es immer noch unperfekte Tracks, die zeigen, dass ich auf der Suche bin; dass ich meinen Sound noch nicht gefunden hab. Doch so entstand mit der Zeit eine Kollektion von Liedern, die nach außen wie eine EP aussahen – und plötzlich wurde ich auch so wahrgenommen. 
Wildfremde Menschen gaben mir Feedback, ermutigten mich. Ich konnte sehen, dass jemand aus Japan ein bestimmtes meiner Lieder 8mal in einer Woche gehört hat. Ich bekam Nachrichten aus aller Welt –  Australien, Brasilien, Russland. 
Und so wurde diese Sache (wenn auch in kleinem Rahmen) eine Art Selbstläufer. Hin und wieder stolperten die richtigen Menschen über meine Sachen. Die, denen das gefällt, was ich da mache. Daraus folgt die (eigentlich triviale) Erkenntnis:

Wer gefunden werden will, muss Spuren hinterlassen!

Tagtäglich wuseln Millionen von Menschen durchs Internet und stolpern andauernd über irgendetwas. Irgendwann kreuzen sich die Spuren der einen mit den Pfaden der anderen und Menschen treten in Kontakt. Mein neuestes Beispiel hierfür: Jack Lane. Er macht Videos und ist per Zufall über meine Myspaceseite gestolpert. Eines meiner Lieder hat ihm dann so gefallen, dass er mich gefragt hat, ob er ein Video dafür machen kann. Ja klar, gerne.

Das ist jetzt 2 Wochen her, und das Resultat seht ihr hier:

:::: Nicken | These Days ::::

Gestern bekam ich eine Anfrage von einem Menschen aus England, der eines meiner Lieder in seinem Podcast verwenden will. Ja klar, gerne. 

Ich stehe in Kontakt mit einem Label aus San Francisco, die vielleicht eines meiner Lieder auf einem Sampler veröffentlichen wollen. Ja klar, gerne! 

Ich habe das Gefühl, dass das was gerade passiert ein Vorgang ist, der sich selbst potenziert. Je mehr Leute mich finden und mich referenzieren (ob über Video, Sampler oder Podcast), desto mehr Leute sehen mich. Und umso größer wird die Chance, dass wieder einer dabei ist, der mit mir zusammenarbeiten will. 
Ich bin wirklich voll und ganz überwältigt davon und hätte das nicht für möglich gehalten. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das alles Lieder sind, die von mir “einfach nur so” hochgeladen wurden.  

Also mein Aufruf an alle Menschen, die irgendetwas erschaffen (Videos, Musik, Grafik, Texte): Release early, release often. Ihr könnt nicht früh genug anfangen, eure Spuren zu hinterlassen! Sind diese erst einmal da, werden die Leute schon merken, wenn euer Output qualitativer, reifer und professioneller wird.