Na gut, nicht so ganz öffentlich. Zugang haben nur Subscriber, dh. Leute die monatlich Extra-Features bezahlen. Trotzdem: jetzt ist die Katze aus dem Sack. Damals, während unseres Semesterprojekt mit Last.fm hatten wir das schon teilweise gesteckt bekommen, dass die einen größeren Relaunch starten, und dass alles neu wird; wir durften das aber nicht publik machen. Dementsprechend gespannt war ich auch immer, endlich was zu Gesicht zu bekommen. Heute schrieb dann das Last.fm-Blog:
We’re still working as hard as ever halfway through 2008, laying the foundations for a next-generation Last.fm. We’ve modernised the Audioscrobbler engine that powers the site, and have been exploring new ideas aligned with the different ways music on the internet works today.
Mit Spannung auf beta.last.fm geklickt und: Was bitte? Das soll Last.fm sein? Auf den ersten Blick (und immer noch) kann ich mich mit der neuen Gestaltung nicht so ganz anfreunden. Es sieht ein bisschen so aus, als wären die ein bisschen viel auf Facebook gewesen. Neuerdings sind alle Links Cyan, und die ganze Struktur, der Aufbau, erinnert an Facebook. Es wirkt alles sehr modular: Module übereinander gestapelt.
Was ich beim alten Design auch immer sehr geschätzt habe: jegliche Community-Features sind sekundär, an den Randspalten: Auf dieser Seite geht es weniger um Chatten, als um die Musik. Demnach gab es auf der Profilseite keine Hobbies zu sehen, sondern die Lieblingsmusik der User. Das ist natürlich immer noch so, eine so starke Priorisierung vermisse ich aber neuerdings. Die Shoutbox ist jetzt so wie in Facebook unten, über die ganze Breite, prominent. Ah, wo wir bei Facebook sind, natürlich gibt es jetzt auch einen Acitivity-Feed mit neuen Aktivitäten aus dem Netzwerk. Kurzum, was mir ein bisschen fehlt ist, auf ein Profil zu gehen und auf einem Blick zu sehen: “ah Foto, achso, diese Musik hört der also, und auf diese Konzerte geht er.” Meiner Meinung nach ist das jetzt ein bisschen versteckter.
Man muss das Design aber auch ein wenig verteidigen, denn was die Masse der zu bewältigenden Informationen und Daten angeht, möchte ich nicht unbedingt mit Last.fm tauschen. Es ist wirklich nicht einfach aus diesem riesen Daten-Jungle ein klares und konzentriertes Interface zu bauen. Hier ein Screenshot (ich hoffe ich darf das überhaupt, da sie aber in ihrem Post geschrieben haben: “Give your family and friends a peek too, and tell us what they think.”), denke ich das geht klar.

Ich habe aber auch schonmal Präsentationen von Hannah Donovan (Head of Creative) gesehen, in denen in großen Lettern proklamiert wurde:
Form follows function! Form EVER follows function!
Und da ist was dran. Und was neue Funktionalitäten angeht, kann man sagen: Fein. Sehr schön. Ich freue mich auf das was kommt. Grober Abriss der Neuerungen:
- die Library: das komplette und allumfassende Archiv meiner kompletten Musikhör-Vergangenheit. Übersichtlich und mit großen Fotos kann man hier sehen, was man sich irgendwann mal angehört hat. Sortiert nach allen möglichen und sinnvollen Kriterien
- Ajax-Spielereien: na gut, dass sind keine wirklichen Funktionen, trotzdem nett.
- Möglichkeit, mehrere Playlists anzulegen
- Player: der neue Player ist größer, immer an der selben Stelle und funktioniert wirklich viel besser als der alte.
- Verbesserte Charts: man muss nicht mehr 7 Tage warten, um seine Musikstatistiken zu bekommen. Neuerdings werden diese in Echtzeit aktualisiert. Außerdem hat man direkt die verschiedenen Zeiträume verfügbar: Artists der letzten 7 Tage, 3 Monate, Overall etc.
Es gibt da bestimmt noch Neues, das ich noch nicht entdeckt habe, aber so viel steht fest: Last.fm wappnet sich steigender Konkurrenz im Online-Musikplattform-Markt. Insgesamt also doch ein sehr positiver Eindruck; obwohl ich am Anfang doch enttäuscht war, dass die jetzt also auch so aussehen, wie alle anderen Seiten heutzutage auch aussehen. Aber es ist ja auch erst die Beta-Phase, es gibt also noch viel Zeit die ganzen Details zu klären. Also liebe Last.fm’ler, weiter so, ich bin gespannt!
[UPDATE]
Vorhin noch ein leicht verstecktes, aber sehr geniales Feature entdeckt: es gibt im neuen Last.fm die Möglichkeit, alle automatisch empfohlenen Lieder, die zum freien Download zur Verfügung stehen, als Podcast zu abonnieren. So hat man quasi einen direkten Stream von der Empfehlungsseite in (bspw) die eigene iTunes-Bibliothek. Das gefällt.