die virtualität von schuld.

ein guter freund hat es mir endgültig vor augen geführt: es gibt keine (zwischenmenschliche) schuld.

im leeren raum existiert schuld nicht.
schuld wird erzeugt, indem sie gegeben wird,
und schuldgefühle wirken nur, wenn man sie annimmt.

„du bist schuld!“ heißt:
„ich gebe dir die schuld, bitteschön.“
man kann sich natürlich auch selber die schuld geben,
das macht sie dann auch ohne gegenüber wirksam.

es ist interessant,
wie sich das in der sprache niederschlägt.
ich habe aufgehört „entschuldigung“ zu sagen.
sattdessen sage ich jetzt:

„es tut mir leid.“

das ist nicht nur akkurater,
sondern umschifft die schuld.
in dem moment, in dem ich „ent-schuldigung“ sage, erzeuge ich schuld, um derer erlösung ich bitte. 

warum möchte ich keine schuld erzeugen?
wie fühlt sich schuld an?

mea culpa,
ich bin klein und schlecht,
ich bin schuld.

das klingt nach katholizismus.

und es ist genau der mechanismus, wie man die menschen jahrhunderte lang klein halten konnte.
gott straft euch, ihr begeht sünden, ihr seid schuld,
fühlt euch schlecht und klein!

diese jahrhunderte alte kollektivsuppe schwingt mit, wenn ich mich „entschuldige“.

darauf kann ich verzichten, und es fehlt auch gar nichts, wenn man einfach sagt „es tut mir leid.“
dies ist ein ausdruck von mitgefühl und sagt:

ich leide, weil ich etwas verbockt habe.
es tut mir leid.

26.02.2015




gedanken der anderen:

  1. Sehr gut gefällt mir hier die Assoziation in Richtung 'verirrter', scheinreligiöser Institution, bzw. ist diese sehr wichtig. Ich habe den Eindruck, dass zur Zeit diesbezüglich ein ungeahnter Shift bevorsteht... Immer wenn ich jemandem vom Zusammenhang (finanzielle) Schuld und Sünde - welche eigentlich nur das temporäre Verfehlen "des" Zieles meint - erzähle, bin ich erstaunt, wie ausdrucksstark die FÜHLENDEN, als Ganzheit ERFAHREND-SPÜRENDEN Reaktionen meines Gegenübers sind, und wie diese den Meinigen ähneln als mir das Folgende erstmalig unterkam, was in der bis heute anhaltenden Verarbeitung teils wiederkehrt (ich bin so frei hier zu zitieren):

    "The use of Imperialistic expansion combined with commerce, currency, law, agriculture, distribution and irrigation provided the goods and services that led humanity into wanting rather than needing, giving a very few the control over the many. Again, at all times, the names of the empires changed but the priestly class, those who wrote history and determined the methods and means of commerce and culture, have continued to weave all aspects of the developed world.

    Centralized power based on the legal process of judical law, industry, shipping and agrarian/irrigation technology and reform created unbridled COMMERCIAL ENTERPRISE that created IRREPARABLE DEBT. DEBT BECAME THE SIN OF CHRISTENDOM AND THE PISCEAN AGE GROANED UNDER THE WEIGHT OF SIN/DEBT, MARTYRDOM, SELF DOUBT AND RELIGIOUS CONTROL THAT FORMED THE BASIS OF GOVERNMENTAL POLICIES TO MANAGE THE DEBT CAUSED BY SCARCITY FOR DEVELOPING NATIONS AND EXCESS FOR THE DEVELOPED NATIONS. WAR BECOMES THE ONLY MEANS OF CONTROL OVER WHAT RECOURCES ARE LEFT TO MANAGE THE DEVELOPED WORLD AND PROTECT THE RECOURCES NEEDED BY INDUSTRY TO KEEP ALL MULTINATIONAL COMPANIES IN PROFIT AND CONTROL."

    Eine gute Möglichkeit wieder in, in diesem Beitrag erwähnten, "leeren" Raum, das volle Potenzial zu finden ist es an alle zunächst per Gefühl identifizierten falschen Glaubenssätze ein "Und" sowie das genaue Gegenteil zu hängen:

    "Ich bin schuldig... und unschuldig."
    "Ich bin wertlos... und wertvoll."
    "Ich bin hässlich... und schön."
    "Ich bin schlecht... und gut."

    Wenn Du schon das Eine sein sollst, so bist du automatisch auch das Andere.

    Wie wäre es wohl einfach-zu-sein?

    Welch wunderbare Wahrheit sich dann offenbart, diese Erfahrung kann niemandem vorweggenommen werden, aber Ahnungen, die möchte ich hiermit streuen.

    Enjoy yourself.

    Helmuth am 28. February 2015

  2. danke, helmuth, für diese vertiefung. ich muss das zitat wohl noch ein paar mal lesen, bis ich es wirklich begriffen habe :)

    niklas am 1. March 2015

  3. Vielen Dank für Ihre Antwort, Niklas.

    Um das Ganze noch abzurunden:

    "These emotional memories held in the unconscious have covered every aspect of man, drowning him in emotion and mental anguish of sin/debt and THE PERCEIVED NEED FOR FORGIVENESS."

    Heute habe ich das Folgende gelesen:

    "Du machst keine Fehler, sondern Erfahrungen. Es geht nicht um ein Können, sondern um die Entfaltung des dir angeborenen Wesens."

    Es ist nicht ganz leicht, aber es lohnt aufzulösen.

    In diesem Sinne:

    Cheers!

    Helmuth am 1. March 2015

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echt.
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sitzen.
muss & will

die virtualität von schuld. die virtualität von schuld.