lineare lebensläufe.

es gibt seltene ausnahmen – 
aber normalerweise kaufe ich es
leuten mit linearen lebensläufen nicht ab, 
dass sie das tun, was sie wirklich tun wollen.

wie kann man denn als 20-jähriger wissen,
was man als 40-jähriger machen möchte?
wer man dann ist?

wir finden nicht heraus was wir wollen 
oder was wir beruflich machen wollen,
wenn wir darüber nachdenken.

das erfahren wir nur über die tat.

die zwanziger jahre sind dafür da,
dass wir uns in unterschiedliche kontexte schmeißen
und evaluieren, was für uns stimmt.

wie fühle ich mich,
wenn ich theater spiele?
wenn ich reise?
wenn ich als musiker auf der bühne bin?
wenn ich mit menschen bin?
wenn ich in der natur bin?
wenn ich ein business starte?
wenn ich angestellter in einer agentur bin?

mit jedem neuen experiment
erfahre ich mehr über mich
und werde irgendwann an dem punkt sein,
an dem ich guten gewissens
volle kraft voraus fahren kann.
geradeaus.

du bist völlig normal,
wenn du zwischen 20 und 30 bist
und es noch nicht herausgefunden hast.

ich werde eher misstrauisch,
wenn ich schulabgänger treffe,
die dennoch so tun.

vor 10 minuten habe ich eine bewerbung abgegeben.
master-studiengang:
elementare musik- und tanzpädagogik.
hätte ich das als 21-jähriger erahnen können?
niemals.


was ich für mich aus all dem lerne:

es lohnt sich nicht zu versuchen,
die dinge mit dem kopf festzuhalten.
sich an konzepte zu klammern.

wir klammern uns an konzepte,
wenn wir angst haben
das leben einfach zuzulassen.

also, konzept, raus aus dem kopf!
und: leben!

23.03.2015




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flüchtig.
echt.
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lineare lebensläufe. lineare lebensläufe.