Grobe Idee für pädagogisches Gruppenspiel
September 8th, 2009Bei Aufräumarbeiten auf meinem Rechner fand ich ein paar Stichpunkte, die grob ein “Spiel” umreißen, das eventuell zu gruppenpädagogischen Zwecken benutzt werden könnte. Ich werde nun einfach unkommentiert die Stichpunkte hier posten, vielleicht kann man die Idee ja über die Kommentare weiterspinnen…
- Ausgangssituation: Eine Gruppe (Dreierteam) muss zu einem Ziel finden. Auf dem Weg dorthin darf an jeder Kreuzung das nächste Gruppenmitglied entscheiden, wohin man weitergeht. Man darf sich jedoch nicht über das Spiel selbst unterhalten / nicht auf die Meta-Ebene gehen (evtl. muss eine neutrale Person zur Kontrolle mitgehen)
- Herausforderung ist, trotzdem zum Ziel zu finden.
- Nur eine Person weiß, wo das Ziel ist, darf aber niemandem sagen, dass sie es weiß. Auch nicht dass es ein Ziel gibt. Der Anführer muss versuchen die Gruppe dennoch ans Ziel zu bringen.
- Der Gedanke dahinter: man muss lernen sich Gruppenentscheidungen zu beugen, auch wenn man ein genauen Plan vom Weg dorthin hat.
- Die Schwierigkeit: bei der Aufstellung des Spiels muss gewährleistet sein, dass gewisse Gruppenmitglieder eine Motivation entwickeln, dass ihr gewählter Weg der richtige ist, und man diesen wählen sollte. Der Lerneffekt tritt ein, wenn man sich wiederholt der Gruppenentscheidung beugen muss und im Endeffekt trotzdem ans Ziel gelangt.
Verschiedene Optionen
- Es gibt keinen Anführer, alle wissen wohin sie gehen müssen
- Es gibt drei Anführer: jeder weiß vom Ziel, denkt aber die anderen wissen es nicht.
- Es gibt drei Anführer: jeder weiß von einem anderen Ziel
- Es gibt 2 Anführer: gleiches Ziel / unterschiedliches Ziel
- Es treten mehrere Gruppen gegeneinander an. Welche findet unter gleichen Vorraussetzungen zuerst das Ziel? Wenn jede Gruppe andere unsichtbare Hierarchien hat: welche kommt dann zuerst ans Ziel?
Tags: gruppenarbeit, gruppendynamik, pädagogik, spiel
September 8th, 2009 at 5:18 pm
ich sehe garnicht das problem, dass man zu sehr auf die meta-ebene ausweicht. wenn das prinzip einmal klar ist sollten die runden relativ schnell durchgehauen werden. (rechtsgeradeausmitte)
interessant ist sicher, den richtigen zeitpunkt für das spiel zu finden. in den situationen wo es _eigentlich_ am nötigsten wäre sind die vibes oft zu mies um sowas konsequent durchzuziehen, oder der moderator muss extrem hart drauf sein
February 23rd, 2010 at 2:41 pm
naja, im endeffekt geht es doch auch darum, ob die gruppe miteinander arbeiten muss oder nicht. wenn sie muss, können die vibes gar nicht schlecht genug sein um so ein spiel mal auszuprobieren. dann muss die mod zwar was können, aber das kann man ja mal erwarten
was mir nicht so ganz klar ist, ist die frage, wieso die leute nicht wissen, dass es überhaupt ein ziel gibt. wo liegt dann die motivation zu dem spiel?
eine andere idee wäre auch, noch mehr leute einzubeziehen, z.B. indem nach dem weg gefragt werden darf.
auf jeden fall ganz interessant, wie bist du denn darauf gekommen?
February 28th, 2010 at 10:50 pm
@imeon:
ja, da ist natürlich noch einiges ungeklärt. leute einbauen auch denkbar.
die idee ist aus einem spontanen spiel beim spazierengehen entstanden. wir haben festgestellt, dass dieses verantwortung-übernehmen mit gleichzeitigem verantwortung-abgeben ein Spannungsfeld kreiert und dann das Spiel ersponnen…