Die Welt ist kaputt

March 12th, 2009

Die Welt ist kaputt. Scheiße mann. Was für ein richtig beschissener Zustand. Überall.
Die Welt ist kaputt, weil der Mensch das herrschende Geschöpf ist. Menschen mit der Gabe von Empathie, auf der anderen Seite durchzogen von Egoismus. Natürlich. In erster Linie ist das hier mein Leben. Und wenn ich alle Baustellen hier vor Ort gefixt hab, kann ich mich ja um andere kümmern.

Die jungen Menschen laufen dem Geld hinterher. Schön Networken. Schön Business. Und später schön ein gutes Auto kaufen. Sich auch mal was gönnen. Natürlich.

Neulich bei Twitter-Search “Bruttosozialprodukt” eingegeben. Folgenden Tweet gefunden: @fragezeichner:

Das Bruttosozialprodukt misst alles, nur nicht das, was das Leben lebenswert macht (JF Kennedy).

Junge Menschen, die Geld als Ziel im Leben haben, tun mir nicht nur leid, sondern werden irgendwann aufwachen und sich fragen, was sie überhaupt die ganze Zeit angestellt haben. Wofür haben sie sich abgehetzt? Schön den Lebenslauf gespickt mit kleinen Einträgen, die sich ja ach so gut machen: Auslandsaufenthalt hier, wichtige elitäre Sonderschulung da. Um nicht zu sagen: Angepasstheit überall.

Wenn man die Dinge nicht versteht, die in der Welt abgehen, muss man sich ja auf andere verlassen. Leuten glauben schenken, die einem sagen wie man sich zu verhalten hat. Man übernimmt für sich einfach Ziele, die einem diktiert werden. Und ordnet sich später irgendeiner Firma unter; der Aufstieg innerhalb derer als vollwertiges Substitut für eigene Ziele im Leben übernommen wird.

Oh wie ich die Faust geballt habe, als mein damaliger vollkommen ignoranter und in seiner Weltsicht unglaublich beschränkter BWL-Dozent alle Leute als “Hippies” bezeichnete, die ernsthaft Zustände anprangern. Oh Lord, natürlich. Das ist ein Weg damit umzugehen. Ignoranz. Aber nicht Ignoranz aus Dummheit, sondern Ignoranz aus Arroganz und Überheblichkeit.
Man will diese Materie nicht an sich heranlassen. Kleine Geister verkraften das nicht.

Ich behaupte gar nicht, dass ich vermag die Welt zu verändern. Und sobald man das sagt klingt das schon so, wie die Großmutter, die ihrem Enkel tätschelnd über den Kopf streicht: “Jaja, damals haben wir auch versucht die Welt zu verändern.”
Das ist nicht das Ziel. Und so naiv bin ich nicht. Ich finde aber durchaus, dass es Zeit ist, dass sich die Leute damit beschäftigen, die intellektuell dazu potentiell in der Lage sind. Jeder sollte sich fragen: Gibt es etwas, dass in meinem Einflussbereich liegt? Etwas, das ich tun kann, sodass die Welt einen kleines bisschen weniger beschissen ist? Was ist meine Kompetenz? Kann man die außer für Geld noch in etwas Positivem verwerten?

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Die Motivation für den unstrukturierten und unreflektierten Beitrag hab ich von diesem Herren hier (Positivbeispiel):

Resultat seiner Arbeit:

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“Die Welt ist kaputt” – Zitat aus “Lachen und Chill’n” – Psycho Otaku

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7 Responses to “Die Welt ist kaputt”

  1. Basti Says:

    Netter Beitrag!

    Ich verstehe vorallem nicht, wie man in Zeiten der Weltwirtschaftskriese immer noch, dem als freie Marktwirtschaft getarnten, Kapitalismus hinterherhetzen kann.

    Da sitzen wir nun, in der Blüte der Evolution, wie die Kaninchen im Lichtkegel und konsumieren weiter, tanzend auf dem Vulkan. Aber hauptsache die Kapelle auf der Titanic hat noch nen Song in petto.

    WORST!

  2. Niklas Says:

    “Ich verstehe vorallem nicht, wie man in Zeiten der Weltwirtschaftskriese immer noch, dem als freie Marktwirtschaft getarnten, Kapitalismus hinterherhetzen kann.”

    Vor allem hätte die Finanzkrise eigentlich das Ende der FDP bedeuten müssen. Sie hat einfach gezeigt: “Schaut her, euer bisheriges Weltbild war eine Lüge! Euer System funktioniert nicht!”
    Und was passiert? FDP ist im historischen Stimmungshoch. Versteht man das?

  3. Finker Says:

    “Ich behaupte gar nicht, dass ich vermag die Welt zu verändern.”

    Ich möchte diesbezüglich sagen, dass es meines Denkens nach überhaupt nicht schlimm wäre oder ist “idealistisch” zu sein, da auch dieses Wort nur aus bestimmten Gründen mit der Zeit so konnotiiert wurde, wie es nun geläufig ist. Außerdem: Es ist nur ein Wort… Und es wird benutzt von Leuten, die etwas verhöhnen (teils zwangshandlungsartig)…doch genau darüber wurde schon einmal etwas geschrieben, was bald hier zu lesen sein wird (http://kanjusei.wordpress.com). Ich hoffe die Werbung ist zu verzeihen.

    Greetz

  4. Niklas Says:

    Sie ist. Und hier nochmal als klickbarer Link:

    http://kanjusei.wordpress.com/2009/03/19/manifestationen-einer-kranken-zivilisation/

  5. Niklas’ Schreiblockade » Blog Archive » Problembewusstsein und Verantwortung Says:

    [...] meinem letzten Beitrag blieb das Bedürfnis, klarer zu machen, was ich eigentlich sagen wollte. Hier und in den nächsten [...]

  6. Patrissia Says:

    Tja, es ist wirklich einfacher, wenn man Denkweisen in die Wiege gelegen bekommt, oder? Wenn man alles so hinbekommt, muss man sein Gehirn nicht richtig anstrengen. Und man kommt auch schnell(er) in diesem Anpassungs-System rein (siehe Menschen die das Wort “alternativ” verbannen wurden wollen, da sie (R)Evolution nicht verstehen konnen). Das Traurige ist, dass sich dieses System sehr vebreitet hat. Und man steht da, in einem ost-europaischen Land, wo die Leute (nur) 20 Jahren in einer Konsumgesellschaft gelebt haben, und wo man garnicht geglaubt hat, dass die Krise kommen wird. Und leider, denkt man garnicht dran, dass das System schlecht ist. Sondern man wartet. Man wartet, dass die Krise voruberzieht (als sei sie eine Art kalter Windstrom), damit man wieder mit Eifer konsumieren kann…

  7. Nam Says:

    Wieso ist das naiv die Welt verändern zu wollen?
    Zwangsläufig wird das jemand machen müssen, sofern wir uns nicht weiterhin versklaven lassen wollen!
    Das Problem liegt im wie und im was-(ist das Problem?), wir befinden uns mitten im Zentrum des Geschehens, die Welt geht langsam und schleichend kaputt, wir zerstören und selbst und die Erde – aber was sollen wir machen und wie sollen wir es machen, sich darüber aufzuregen und zu schreiben bewirkt nicht viel, denn wir Leben in im Zeitalter des Informationsüberflusses, die Medien beherrschen die Welt, zudem gibt es so viele Dinge die miteinander zusammenhängen – wir jedoch können sie nicht erkennen…
    Zumindest nicht, wenn wir nichts verändern! Nicht, solange die Meschen vorm TV sitzen und alles einfach hinnehmen, nicht hinterfragen und Ihr Leben weiterleben, sich anpassen und ihre Realität aus dem Tv beziehen und in Illusionen leben.

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